Berichte


Besuch in der Knustbrauerei 2020

 

Bei warmem sonnigem Herbstwetter trafen sich 14 Landfrauen in Avendorf, um sich von Jonathan Grünitz das Brauen von Bier erklären zu lassen. 2019 haben sie ihre Brauerei mit Direktverkauf eröffnet und es ist ihnen gelungen, einen Ort mit schöner Atmosphäre zu schaffen. Verbaut haben sie die Balken einer abgebrannten Avendorfer Scheune zu Tischen, Bänken und zur Theke.

Inzwischen stellen sie 5 unterschiedliche Biere her, unteranderem mit „Maracuja- oder Kakaogeschmack“. Das war mir nur von Weinen bekannt, aber tatsächlich, beim anschließenden Verkosten konnte man Nuancen herausschmecken.

Jonathan erklärte uns den Ablauf mit welchen Geräten aus Gerstenmalz Zuckerwasser wird, wie lange der Hopfen dazu kommt und wieder herausfiltriert wird. Wann die ober- oder untergärige Hefe zugesetzt wird und wie alles gesteuert wird. Abgefüllt wird mit einer Maschine, bei der die Flaschen aber noch per Hand bewegt werden. Das ist der nicht so angenehme Teil der Bierherstellung.

Trotz der Coronaeinschränkungen konnten sie ein erfolgreiches Jahr verbuchen und hatten viel zu tun.

Das wünschen wir ihnen auch weiterhin, denn es ist eine Bereicherung für regionale Inselprodukte und –orte.

Anschließend ließen sich die Jungen Landfrauen alles zeigen und hatten auch viel Spaß dabei.


1. Radreise rund um Hannover 2020

 

Zum Glück durften wir die Radreise im Jahr der Corona Einschränkungen wahrnehmen.

Mit 15 Landfrauen ging es im Bus der Familie Wolgast von Nordlandreisen Richtung Schwarmstedt in Niedersachsen. Dort erwartete uns ein Radguide, um uns sicher auf netten Wegen nach Garbsen/Frielingen ins Hotel „Bullerdieck“ zu begleiten. Der Straßenverlauf war sehr abwechslungsreich und ging auch zeitweise auf Landesstraßen entlang. Das war schon recht heikel. Ich wollte gerne im malerischen Ort Neustadt a. Rübenberge den Schloßgarten und ein Café besuchen, das brachte aber die geplante Tour durcheinander. Es klappte nicht. Wir besichtigten das Kloster Mariensee und bewunderten den gestickten Wandteppich vom „Jüngsten Gericht“. Gegen 17.00 Uhr trafen wir im Hotel ein und um 18.30 Uhr gab es ein wunderbares 3-Gänge-Menue. Danach konnte bei milden Temperaturen noch der Biergarten oder die gemütliche Bar besucht werden. (insgesamt 50 km)

 

Am nächsten Tag, dem 1. September, schien wieder die Sonne und wir hatten als Ziel die Umrundung des Steinhuder Meeres. Über idyllische Nebenwege erreichten wir Steinhude. Es war windstill und die Radwege waren breit um den 32 qm großen „See“ angelegt. Unser Radguide, ein Biologe, führte uns zur Ostseite und Seeadler, Fischadler zeigten uns ihre Flug- und Fangkünste. Es war zu schön und konnte nicht besser sein. Das Steinhuder Meer lag ganz still vor uns. Es war Idylle pur. Ein paar Kilometer weiter gab es Wiesen, die unter Naturschutz standen und hier zeigte uns der Rotmilan, ein Greifvogel, seine Flugkünste. Es war wieder ein Schauspiel wie für uns bestellt. Zur Mittagszeit erreichten wir das Lokal „Fischerstübchen“ und stärkten uns u.a. bei Rote Bete Puffer an Salat. Weiter ging es an Bade-, Kiter- und Segelabschnitten über Waldwege bis zur Westseite. Hier gab es Nieder- und Hochmoorlandschaften. Es war ein ganz anderes Landschaftsbild und Herr Nülle erklärte uns viele Hintergründe für diese ökologisch wichtige Landschaft, in der aber immer noch Torf für Blumenerde abgebaut wird. Eine ganz andere Pflanzenwelt zeigte sich uns. Pünktlich zur Kaffeezeit waren wir wieder im Ort Steinhude und kehrten im Webercafé der Leinenfabrik Seegers ein. Ein wenig Zeit blieb auch zum Shoppen im fabrikgroßen Laden. Gut erreichten wir das Hotel und waren begeistert von diesem anregenden Tag mit einem fachkundigen und humorvollen Radguide. Abends gab es wieder ein leckeres Abendessen mit dekorativem Salat. (insgesamt 60 km)

 

Mittwoch lachte wieder die Sonne und der Wind schlief weiter. Diesmal starteten wir um 9.00 Uhr mit Endziel Herrenhäuser Gärten. Der Radguide Herr Schaft führte uns zu Sehenswürdigkeiten, die auf Nebenwegen in die Landeshauptstadt Hannover lagen. Im Dorf Schloß Ricklingen liegt eine äußerlich unscheinbare Kirche, die der damalige Freiherr von Brandis im 19. Jahrhundert mit privaten Mitteln bauen ließ. Innen war es üppig im Barockstil ausgeschmückt. So auch ein seltener Altar, in dem in der Mitte die Kanzel für die Predigten eingearbeitet wurde und ganz oben die Orgel eingebaut war. Im Mittelpunkt ist ein weibliches Gesicht zusehen, das die Frau von Brandis darstellt.

Danach radelten wir unter dem Mittellandkanal hindurch. Das war möglich, da das Wasser in einer Wanne über die Straße geführt wird. Sehr beeindruckend. In Hannover erreichten wir im Gründerzeitviertel den jüdischen Friedhof. Es war ein ummauerter großer Hügel, aus dem in unterschiedlichen Höhen die Grabsteine herausragten. Der Friedhof hat den zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden. Gegen 12.00 Uhr erreichten wir die Markthalle (Bauch von Hannover) in der Innenstadt. Hier gab es Lebensmittelstände und Essstände in großer Auswahl. Empfehlenswert war der dänische Stand „aeylling“ mit Smörrebröd. Danach radelten wir am Maschsee entlang zu den Herrenhäuser Gärten. Hier kann man sich gut 3 Stunden aufhalten incl. des Berggartens für botanisch Interessierte. Eine ganz besondere Welt und Zeitreise erlebt man im Barockgarten. Per Bus erreichten wir das Hotel und genossen den letzten Abend. (insgesamt 40 km)

 

Pünktlich um 9.00 Uhr holte uns der Radguide ab, leider musste er aus gesundheitlichen Gründen die Fahrt nach 40 Minuten abbrechen und wir schlugen uns per Google map und Komoot am Kanal bis in die Innenstadt zum Bus durch. Dort wartete der Guide Herr Podeski, der uns spontan zu Fuß durch die Innenstadt führte. Es war sehr spannend und informativ, das Denkmal der sieben Professoren, das neue Rathaus, den Landtag und die großzügigen Straßen zu sehen. (Insgesamt 25 km)

 

Es war eine tolle Tour mit bestem Wetter.

 


2. Radreise rund um Hannover 2020

 

14 Tage später starteten erneut 15 unternehmungslustige Landfrauen gen Hannover. Mit einem herrlichen Sonnenaufgang über dem Fehmarn Sund verabschiedeten wir uns von der Insel. In Gremersdorf stiegen noch zwei Frauen zu. In Schwarmstedt angekommen standen alle in den Startlöchern, doch nach ca. 200 m platzte unserem Guide Herrn Podeski ein Reifen, und bis ein Ersatzrad geliefert wurde, warteten wir geduldig in einer Eisdiele, um dann um so flotter Richtung Frielingen zu radeln. Nach 42 km erreichten wir unser Ziel und wurden ebenfalls am Abend mit einem leckeren 3 Gänge Menue verwöhnt. Die Nacht war lau und so konnten wir noch lange draußen im Biergarten sitzen.

Auch am nächsten Tag als es zum Steinhuder Meer ging, hatten wir hochsommerliches Wetter. Es war ein herrlicher Tag in dieser einzigartigen Naturlandschaft. Einige badeten noch im See, doch wir stellten fest: ´´ Die Ostsee ist das nicht ! ´´ Denn anscheinend badeten dort auch viele Enten und Gänse. Nach insgesamt 60 km Tagesstrecke wurden wir abends wieder mit leckerem Essen belohnt. Und auch diese Nacht war milde. Wir konnten draußen sitzen oder einen kleinen Abendspaziergang machen.

Am Mittwoch holte uns wieder Herr Podeski ab, und es ging bei traumhaften Wetter Richtung Landeshauptstadt Hannover. Unser jugendlicher Guide ( Physikstudent) führte uns mit viel Freude durch seine Heimatstadt. Es ging an seiner ehemaligen Schule, einer sehr interessanten integrativen Gesamtschule vorbei, dann zum Stadtteil List (seinem Wohnort) mit der bekannten Lister Meile. Auch wir stärkten uns mittags in der Markthalle. Anschließend ging es in den Stadtteil Linden, früher ein Arbeiterviertel. Dort gab es sozusagen unseren Nachtisch bei der Eismanufaktur Frioli….das beste Eis in Hannover und auch deutschlandweit prämiert.

Am Neuen Rathaus vorbei radelten wir durch den Maschsee Park zum Tageshöhepunkt den Herrenhäuser Gärten. Leider hatten wir eine Stunde Verspätung, aber da Herr Podeski uns netterweise noch durch den Barockgarten führte und uns auf humorvolle Art einiges erklärte, war auch die verbleibende Zeit gut genutzt.

Auch am letzten Tag war uns der Wettergott hold. Morgens war es noch etwas frisch, aber die Sonne schien, und wir radelten über sehr schöne Wege. Unser Stadtführer Herr Tino Schaft begleitete uns 35 km bis in die Innenstadt. Immer wieder unterbrach er die Fahrt, um Erklärungen abzugeben und kleine Geschichten zu erzählen.

Nachdem wir die Räder bei Herrn Wollgast abgegeben hatten, ging es noch für 1 Stunde per pedes angeführt von Herrn Schaft in die Altstadt. Es war ein informativer Abschluß und um 14 Uhr verließen wir pünktlich Niedersachsens Hauptstadt.

Ich denke wir hatten 4 tolle Tage und konnten es trotz Corona sehr genießen.