Berichte

Schlaraffenland Fehmarn

Der Landfrauenverein Fehmarn möchte Grundschülern der Insel für ihr direktes Umfeld sensibilisieren und ihnen zeigen, wo ihr „tägliches Brot“  herkommt. Deshalb organisierten die Landfrauen im September einen Schlaraffenlandtag auf dem Bauernhof. Dort wurden 6 unterschiedliche Stationen  aufgebaut, an denen die Kinder praktisch ernten, verarbeiten und probieren konnten. Dabei gab es viele Tipps zu dem jeweiligen Produkt. Die Schülergruppen hatten eine halbe Stunde Zeit pro Station. 

 

Station „Apfelparadies“: hier konnten sie die Sorten den Bäumen zuordnen, probieren und zu Saft verarbeiten. Es duftete herrlich. Gleichzeitig lernten sie, dass die Biene wichtig für die Ernte ist und was noch alles Leckeres aus Äpfeln gemacht wird. 

 

Station „Hexenküche“: Hier schnupperten sie an vielen Kräutern im Beet und erkannten den Geschmack von Pizza und Co. wieder. Im Anschluss zerhackten sie die Kräuter mit viel Freude und konnten am Ende grünes Salz mit nach Hause nehmen. 

 

 

 

 

 

Station „Kornkammer“: Es fand direkt auf einem Weizenfeld statt, auf dem noch einige Quadratmeter Ähren standen. Es wurde „gemäht“, per Hand gedroschen, gewogen, gesiebt, vermahlen, um zu sehen wie viel Platz für ein Brot benötigt wird. 

Station „die Milch macht’s“: per Hand eine „Holzkuh oder -Ziege“ melken war gar nicht so leicht. Was kann man aus Milch alles machen? Warum rahmt die normale Milch nicht mehr auf? Wie wird aus Rahm Butter gemacht? Nach kräftigem Schütteln der Gläser konnten die Kinder es hören, wie sich die Sahne in Butter und Buttermilch trennte. Und sie schmeckte sogar auf dem kräftigen Brot.

 

 

 

 

Station „Knusperknolle“: Kartoffelpflanzen wurden ausgegraben und zu entdecken waren kleine Ansetze von winzigen Kartoffeln. Wie viele Kinder das wohl bisher in echt gesehen hatten? Was kann man später daraus machen? Mit dem Sparschäler in dünne Scheiben schneiden und in gutem Rapsöl frittieren.  Die Kartoffelchips waren im Nu verschlungen. 

 

 

 

Station „Schlaraffenland“: Hier wurden Produkte aus dem Supermarkt aufgebaut. Gleichzeitig lagen dort die „Schätze“ unserer Insel wie, Zuckerrüben, Raps, Sonnenblumen, Mohn, Obst, Gemüse, Kräuter, Getreide, Nüsse, Spielschweine, Holzhühner usw.. Nun sollten die Kinder zuordnen, woraus z.B. ein Fruchtbonbon, Pesto, Müsli, der Nudeleintopf und der Burger bestehen. 

In kurzen Sätzen wurde den Kindern gezeigt, wie viele Menschen von den 100 Inselbauern Brot essen können, Milch trinken und Fleisch essen können.

Alle hatten viel Spaß an dem Vormittag und manch eine Überraschung blieb doch am Ende. So wurde Weizen in der Kaffeemühle vermahlen und nach dem Blick in die Schublade kam der Ausruf: „Oh, Zucker!“ Da bleibt noch viel zu tun und die Landfrauen möchte diese Aktion  gerne jährlich wiederholen.

Tagesfahrt in die Landeshauptstadt Kiel

Pünktlich 8.00 Uhr ging es mit 25 Landfrauen und Möller Reisen  auf den Weg nach Kiel.  Unser erstes Ziel war die Wulff Textil-Service  Firma in Kiel, bei der einige Vermieter ihre Leihgästewäsche reinigen lassen. Herr Jürgens, der Logistiker der Firma, erzählte einiges zum bald 150 Jahre alten Familienunternehmen sowie zur Organisation. Einen großen Anteil nimmt die Reinigung der unterschiedlichsten Berufsbekleidungen ein. Am Ende bekommt jeder, Dank eines eingenähten Chips, sein eigenes Hemd etc. gewaschen, gedämpft und repariert zurück. Bei Flachwäsche (wir nennen es Bettwäsche) wird die angelieferte Ware nach Kundencontainern sortiert und jedes Stück durch Abwurf in einen Trichter automatisch gezählt. Dadurch werden die Lagerbestände beim Kunden immer errechnet. Das Mischgewebe wird bei 60 °C gewaschen. 7 % haben dann noch Flecken und diese werden bei höheren Temperaturen erneut gewaschen. Schleuderfeucht werden sie so an der Mangelstraße befestigt, bei der sie am Ende glatt,  trocken und zusammengelegt wieder herauskommen. Sehr beeindruckend. Die Mitarbeiter wirkten alle entspannt.

Pünktlich ging es weiter ins gerade 100 Jahre alte denkmalgeschützte Kieler Rathaus mit dem hohen Rathausturm, der die Bombenangriffe im Weltkrieg überstanden hat. Der Stadtführer Herr Trautsch erläuterte die Bedeutung der Architektur aus Backstein und Sandstein. Ebenso das Innere der Rotunde aus hellem und dunklem Marmor haben repräsentative Bedeutung. Platz nehmen konnten wir im „Arbeitssaal “ der Stadtvertreter und des Stadtpräsidenten und auf der Seite der ausführenden Gewalt, der Oberbürgermeister mit Vertreterin. Besonders stolz waren wir, als uns der OB Herr Kämpfer (Neffe von Doris Dickert) persönlich in seinem Arbeitszimmer und auf dem Balkon, von wo die Kieler Woche eröffnet wird, empfing. Er nahm sich Zeit, um etwas über seine Arbeit und seinen Werdegang zu erzählen und hat uns alle sehr beeindruckt.

Nun ging es zum neuen originellen Burgerrestaurant Peter Pane. Dort genossen manche das erste Mal einen Burger. Sie waren frisch zubereitet, lecker und mit ungewöhnlichen Soßen angerichtet.

Frisch gestärkt  ging es an die Ostküste ins Geomar Helmholtz Zentrum für Meeresforschung. Der Geologe Herr Hoffmann-Wieck erklärte uns sehr anschaulich die vielfältigen Zusammenhänge von Meeresgrund, Wassertemperatur und CO2-Gehalt der Luft. Auch im Gestein des Meeresbodens ist seit der Industrialisierung eine rapide Veränderung des Klimas nachweisbar. Er machte die Bedeutung der Gletscherschmelze aus Süßwasser für die Verdünnung mit dem arktischen Salzwasser für die weltweiten Meeresströmungen klar. Die Widerstände z.B. der Geldgeber, der Biologen und der Fischer machen manche Forschungsprojekte schwierig. Wir waren begeistert und hätten noch länger zuhören können.

Nun tat eine Tasse Kaffee in den Seeterrassen in Laboe gut. Im Trockenen genossen wir die schöne Aussicht auf die Förde und den Regen, denn nass sind wir den ganzen Tag nie geworden. Auf dem Rückweg fuhr der Busfahrer Herr Merkel mit uns über Gut Panker und an der Ostseeküste entlang.

Ein schöner Abschluss der ersten Landfrauenveranstaltung in dieser Saison.

Herzkissen nähen - "Heart-Pillow-Project"